Sinnvolle Videoüberwachung – Fehler vermeiden!

2 Jahren ago admin Kommentare deaktiviert für Sinnvolle Videoüberwachung – Fehler vermeiden!

In der heutigen Zeit kann man sich nirgends mehr zu 100 Prozent sicher fühlen. Selbst in den eigenen vier Wänden kann es zu Einbrüchen kommen. Ist man bereits einmal Opfer eines Verbrechens geworden, setzt man meistens ohnehin alle Hebel in Bewegung, um für mehr Sicherheit zu sorgen. So weit wollen es viele erst gar nicht erst kommen lassen. Daher sieht man auch im privaten Bereich immer mehr Videokameras. In öffentlichen Gebäuden wie Einkaufszentren, Hotellobbys, Flughäfen oder Bahnhöfen ist schon seit vielen Jahren Normalität.

Die gesetzliche Situation

Bevor man im Eigenheim Videoüberwachung anbringt, sollte man sich zunächst einmal über die gesetzlichen Bestimmungen informieren. Grundsätzlich ist es erlaubt, das private Umfeld, also das Grundstück oder die Wohnung, mit einer Überwachungskamera zu überwachen. Laut Gesetz ist es allerdings nicht erlaubt, öffentliches Umfeld der Wohnung oder des Hauses zu filmen. Darunter versteht man zum Beispiel den Gehweg vor dem Haus. Man darf also nicht einfach jede Person aufnehmen, die an dem Grundstück vorbeigeht, sich aber nicht auf privatem Grund aufhält. Schwierig verhält sich die Sachlage in einem Mehrparteienwohnhaus. Hier darf man nämlich keine Aufnahmen vom Treppenhaus machen, das mit anderen Mietern oder Eigentümern gemeinsam genutzt wird.

Hat man eine Wohnung gemietet, muss man sich beim Vermieter erkundigen, ob dieser mit der Installation der Videoanlage einverstanden ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man in jedem Fall ein Schild anbringen, das auf die Videoüberwachung hinweist. Wichtig ist auch, mit den Daten sorgsam umzugehen. Man muss sicherstellen, dass keine unbefugten Personen auf das Material zugreifen können. Besonders wichtig zu wissen ist, dass sämtliche Tonaufnahmen verboten sind. Wer eine Überwachungskamera mit Tonaufnahme verwendet, macht sich damit sogar strafbar. Außerdem wird der Film dann vor Gericht als Beweismittel nicht zugelassen. Selbst wenn man einen Einbrecher mit einer Videokamera aufzeichnet und den Täter genau identifizieren kann, bleibt der Verbrecher in diesem Fall möglicherweise straffrei, während man selbst als Opfer Bußgeld bezahlen muss.

Was sollte man beim Kauf vermeiden?

Wer heute nach einer Videoüberwachung für die Aufzeichnung des Eigenheims sucht, wird von der Fülle der Angebote überrascht sein. Der Trend zur Videoüberwachung führt dazu, dass immer mehr Shops Systeme in unterschiedlichen Preisklassen auf den Markt bringen. Als Laie ist man mit der Fülle der Produkte leicht überfordert. Wer sich in technischen Belangen nicht gut auskennt, macht beim Kauf leicht Fehler, die sich im Laufe der Zeit rächen.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Überwachungskameras zwischen zwei Systemen:

  • Funk-Überwachungskameras
  • Verkabelte Systeme

Auch wenn Funkkameras deutlich leichter zu installieren sind, müssen professionelle Videoüberwachungssysteme verkabelt sein. Der Grund dafür liegt in der Instabilität jedes Funknetzes. Es kommt immer wieder zu Ausfällen. Während dieser Zeiträume funktioniert die Kamera einfach nicht, weil sie kein Signal überträgt. Es wäre sehr ärgerlich, wenn es gerade dann zu einem Einbruch kommt, wenn die Funkverbindung gerade unterbrochen ist. Dann hat man nämlich trotz bestehenden Überwachungssystems keine Bilder vom Täter. Die Idee, Kameras in das bestehende WLAN Netz zu integrieren, ist zwar innovativ, trotzdem wird man möglicherweise nicht zufrieden damit sein. Der ständige Betrieb der Kameras stört das WLAN Netz. Möchte man daneben im Internet surfen oder arbeiten, kommt es zu Ausfällen oder die Verbindung ist generell langsamer. Es zahlt sich also aus verschiedenen Gründen aus, in ein verkabeltes System zu investieren. Neuerdings gibt es Videoüberwachungsanlagen, welche über das Stromnetz übertragen, diese sind genauso wie Funkkameras installationsfrei und dabei sicher wie Kabelkameras. Aus Kosten- und Installationsgründen kommen manche auch auf die Idee, Wildkameras zu verwenden.

Diese Geräte sind allerdings für die Überwachung von Wohnraum ungeeignet. Sie wurden ja für einen völlig anderen Zweck konzipiert. Wildkameras arbeiten nämlich mit gewisser Zeitverzögerung, da sie dort aufgestellt werden, wo sich Wild in der Regel länger aufhält (zum Beispiel bei einer Futterstelle). So kann es passieren, dass man wegen dieser Verzögerung einen möglichen Eibrecher gar nicht am Video sieht. Auch die Aufzeichnung am eigenen PC oder Laptop funktioniert nicht zufriedenstellend. Man müsste das Gerät die ganze Zeit über eingeschaltet lassen. Lässt man die Videodaten per Internet übertragen, kann die Datensicherheit nicht gewährleistet werden. Aus diesem Grund werden bei professionellen Systemen Langzeitrekorder eingesetzt. Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, einen eigenen PC einzusetzen, der in diesem Fall aber über entsprechende Hard- und Software verfügen muss.

Beachten sollte man auch, dass die Überwachungskamera genau zum Einsatzgebiet passen muss. Dabei sind der Brennweite und der Blickwinkel zu beachten. Es gibt Modelle, die für den Nachbereich von 2 bis 5 Metern geeignet sind, aber auch Kameras für den mittleren Bereich von 3 bis 10 Metern oder Fernkameras von 8 bis 15, 25 oder sogar bis 40 Meter. Es lohnt sich also, vor dem Kauf die räumlichen Gegebenheiten zu klären und genau auszumessen. Außerdem sollte die Überwachungskamera nicht zu hoch aufgehängt werden. Als Richtwert kann man die Höhe des zu überwachenden Bereichs ausmessen und rund 1,5 Meter dazuzählen. Daraus ergibt sich, dass sich eine Kamera für die Überwachung der Eingangstüre in maximal 3 bis 3,5 Meter Höhe befinden sollte.

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